Nordic Capital vor Exit in der Klinikbranche

Nordic Capital vor Exit in der Klinikbranche

In der Klinikbranche zeichnet  sich ein milliardenschwerer Eignerwechsel ab. Die Holding Veonet mit der deutschen Augenklinikkette Ober Scharrer als Kern hält nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) Management-Präsentationen vor  möglichen Interessenten.

Der  Eigentümer, der Finanzinvestor Nordic Capital, habe zuvor erste Informationspakete („Teaser“) verschickt, ist aus Finanzkreisen zu hören. Als Investmentbanken seien  für die Transaktion Goldman Sachs und JP Morgan mandatiert.

Dem Vernehmen nach sind momentan vier interessierte Private-Equity-Häuser in Gesprächen. Auf Basis des operativen Ergebnisses, das zwischen 100 Millionen und 150 Millionen Euro liegen soll, ergibt sich bei den gegenwärtigen Vielfachen („Multiples“) für die Branche mühelos eine Milliardenbetrag als Bewertung. Eine Größenordnung von 2 Milliarden Euro wird in der Branche als realistisch angesehen.  Offenbar mussten die bisher in Betracht kommenden Kaufkandidaten noch keine indikativen Gebote abgeben. Nordic Capital und die beiden Investmentbanken lehnten eine Stellungnahme auf Anfrage ab.

Veonet/Ober Scharrer  ist ein klassischer Fall  von „buy and build“, in dem ein Finanzinvestor ein Unternehmen erwirbt und anschließend mit Zukäufen zu einem wesentlich größeren Anbieter ausbaut. Die skandinavische Beteiligungsgesellschaft hatte Ober Scharrer, damals in Fürth ansässig, im Jahr 2018 übernommen. Eine Holding wurde errichtet, die als Veonet firmiert, ihren Sitz in München einnahm und im Ausland zugekauft hat. So gehören zur Gruppe nun auch Eyescan in den Niederlanden, Vista in der Schweiz und SpaMedica in Großbritannien.
Veonet betreibt nach Angaben aus der Selbstdarstellung im Internet gegenwärtig 150 Kliniken in vier Ländern, die Zahl der Patienten liegt bei mehr als  1,2 Millionen. Im vergangenen Jahr fielen 330 Millionen Euro Umsatz an. 90 Kliniken entfallen auf die alte Kerngruppe  Ober Scharrer. Das 1982 gegründete Haus bietet Diagnosen, Operationen und nichtinvasive Augenbehandlungen an.

Neuigkeiten gibt es auch bei der deutschen Nordic-Beteiligung GHD, Anbieter von Produkten und Dienstleistungen zur Nachsorge für entlassene Krankenhauspatienten: Seit drei Wochen ist dort  Matthias Born Finanzvorstand, wie dem Website-Impressum und dem Handelsregister zu entnehmen ist. Born kommt von Douglas . Er hatte erst im Jahr 2019 bei der Parfümeriekette begonnen, soll sich aber nicht gut mit Unternehmensleiterin Tina Müller  verstanden haben.

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